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Männergesundheit | Phimose

Individuelle Therapie der Vorhautverengung - auf Sie abgestimmt.

Eine Beschneidung kann aus ästhetischen, religiösen oder medizinischen Beweggründen sinnvoll sein.

Zu den medizinischen Gründen gehören schmerzhafte Erektionen, wiederkehrende Hautinfektionen der Eichel oder gehäufte Einrisse der Vorhaut. Bei einer klassischen Vorhautverengung (Phimose) kann die Vorhaut auch bei erschlafftem Penis nicht zurückgezogen werden. Bei einer sogenannten relativen Phimose treten die Beschwerden der engen Vorhaut erst bei Erektion auf.

Vorhautverengungen können angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln. Häufig spielen rezidivierende, immer wiederkehrende Eichelentzündungen mit begleitenden Vorhauteinrissen eine Rolle, bei denen die Vorhaut nach und nach vernarbt und sich damit verengt. Dieser Mechanismus stellt sich nicht selten bei Vorliegen einer begleitenden Diabetes-Erkrankung ab.

In der ersten Phase der Vorhautvernarbungen können verschiedene Möglichkeiten einer lokalen Salbentherapie noch erfolgreich sein. Es gibt bis zu drei verschiedene Therapiestufen, die eingesetzt werden können um  eine Operation ggf. doch zu verhindern. Sollte ein klinischer Grund für eine operative Therapie vorliegen, ist die Operation eine Krankenkassenleistung. Sollte die Operation aus kosmetischen oder religiösen Gründen erwünscht sein, zahlt die Krankenkasse den Eingriff nicht. In fast allen Fällen kann die Operation in der Praxis in lokaler Betäubung schmerzfrei durchgeführt werden.

Je nach Befund und/oder Wunsch können verschiedene Arten der Beschneidung durchgeführt werden. Im Vordergrund zur Wahl des Vorgehens stehen natürlich medizinische Gründe, es können aber auch kosmetische Aspekte berücksichtigt werden. Wichtig ist zu bedenken, dass sowohl das innere als auch das äußere Vorhautblatt viele Nerven beinhaltet, die bei sexueller Aktivität dem Vorhautträger viel Spass bereiten können. Außerdem schützt die Vorhaut die Eichel. Insofern sollte eine Beschneidung gut überdacht werden.

„Es muß nicht immer operiert werden.“

Dr. Oliver Gralla

Formen der Beschneidung

Loose oder Tight Beschneidung – high oder low Beschneidung

Die mögliche Ausführung der Operation ist sehr vielfältig. Man unterscheidet oft zwei Aspekte: Zum Einen „loose“ oder „tight“. Im ersten Fall ist die Vorhaut ist recht locker und bedeckt ggf. noch einen Teil der Eichel. Im zweiten Fall ist die Eichel und die Eichelfurche komplett frei. Dies ist die häufig bei religiös motivierten Beschneidungen durchgeführte Version. Weiterhin spricht man oft von „high“ oder „low“. „High“ bedeutet, daß ein relativer breiter Streifen des inneren Vorhautblattes erhalten bleibt. Das innere Vorhautblatt ist sehr sensibel und kann zur Qualität des sexuellen Empfindens beitragen. Allerdings ist der Übergang von hellerem innerem Vorhautblatt zu dunklerem äußerem Vorhautblatt nach der Beschneidung gut sichtbar. Bei der „low“ Beschneidung wird fast das gesamte innere Vorhautblatt entfernt. Der Übergang von innerem zu äußerem Vorhautblatt ist nach dem Eingriff nicht so gut sichtbar. Durch eine eventuell geringere sexuelle Eregbarkeit soll es ggf. zu einer Verlängerung der Dauer des Geschlechtsverkehrs kommen. Studien haben diesbezüglich keine eindeutigen Ergebnisse erbracht.

Radikale Zirkumzision

Bei der radialen Zirkumzision wird die gesamte Vorhaut entfernt, so dass die Eichel komplett freiliegt. Dies entspricht also einer tight Beschneidung. Dies ist die häufigste Form der Zirkumzision in Deutschland.

Ablauf einer Beschneidung

 Zunächst erfolgt das Auftragen einer betäubenden Salbe. Dadurch wird die eigentliche Lokalnarkose, der sog. „Penisblock“, deutlicher weniger unangenehm. Hierbei wird am unteren Penisschaft das Lokalanästhetikum unter die Penishaut gespritzt. Vor Beginn des Eingriffes wird die Narkosewirkung mit einer Pinzette überprüft.

Generell wird zunächst das äußere Vorhautblatt zirkulär mit dem Skalpell eröffnet, anschließend wird die Vorhaut zurückgezogen und das innere Vorhautblatt unterhalb des Eichelrandes eingeschnitten. Die Schnittränder von innerem und äußerem Vorhautblatt werden miteinander verbunden, in dem das dazwischenliegende Gewebe mit der Schere durchtrennt wird. Damit ist die Vorhaut entfernt. Danach erfolgt eine Blutstillung mit einer bipolaren Strompinzette. Wenn alle Blutungen gestillt sind, werden die freiliegenden Schnittränder mit feinem Nahtmaterial wieder miteinander verbunden. Die Fäden müssen nicht entfernt werden, da sich diese nach ca. 2-3 Wochen von alleine auflösen.

Plastische Zirkumzision

Bei der partiellen Zirkumzision wird nur ein Teil der Vorhaut entfernt, so dass die Eichel und der sensible Eichelkranz zum Teil noch bedeckt sind. Hierbei ist zu bedenken, dass es gerade wenn die Phimose durch Narbenbildung entstanden ist, zu erneuter Narbenbildung und Wiederkehr der Verengung kommen kann.

Sensitive

Bei der Sensitive-Zirkumzision wird das innere Vorhautblatt weitestgehend möglich belassen. Das innere Vorhautblatt ist sehr viel empfindlicher auf Berührung, so dass auf diese Weise eine sexuelle Reizung zum Teil weiter aufrechterhalten werden kann. Da das innere Vorhautblatt perlmuttfarben schimmert, ist nach dieser Operation die Penishaut farblich „zweigeteilt“. Dies entspricht also einer high Beschneidung.

Risiken

Es können typische Komplikationen wie Blutungen, Nachblutungen Infektionen oder überschießende Narbenbildung auftreten. Speziell bei der Zirkumzision ist zu beachten, dass sie, einmal durchgeführt, nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Aufgrund der anatomischen Verhältnisse nach der OP kann es zu einer Unzufriedenheit mit dem kosmetischen oder funktionellen Ergebnis kommen.

Weitere Optionen operativer Interventionen bei enger Vorhaut

Viele Männer möchten sich Ihre Vorhaut nicht entfernt lassen, da sie zu den sexuell sensiblen Geweben gehört. Für diese Fälle gibt es Möglichkeiten, die Vorhaut plastisch zu erweitern und dennoch zu erhalten

Tripple-Incision

Bei der Triple-Incision wird die Vorhaut nicht entfernt, sondern plastisch erweitert. Das geht mit einer relativen Verkürzung der Vorhaut einher, der Penis bleibt dabei unverändert. Bei der OP wird die Vorhaut längs bei 12, 5 und 7 Uhr um etwa 1-2 cm eingeschnitten und die entstandenen Wundränder gerändelt. Bei entzündlich bedingten Vorhautverengungen ist diese Methode nicht anzuraten, da erneute Vernarbungen auftreten können.

Erweiterungsplastik

Durch gezielte Schnitte im inneren Vorhautblatt kann eine Einschnürung beseitigt werden und damit die Vorhaut erhalten bleiben. Voraussetzung hierfür ist, dass eine umschriebene Einschnürung am inneren Vorhautblatt vorliegt. Durch erneute Narbenbildung kann die Verengung wiederkehren.

„In vielen Fällen ist eine vorhauterhaltende Therapie möglich. Die OP ist zwar ein Standardeingriff, muss aber mit größter Sorgfalt durchgeführt werden.“

Dr. Marc Birkhahn

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